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Wirkung radioaktiver Strahlung auf den Menschen

Aus aktuellen Anlass folgt ein Artikel mit den zur Zeit wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ).

Welche Stoffe sind in Fukushima ausgetreten?

Bisher sind Jod 131 und Cäsium 137 in großen Mengen freigesetzt worden. Letzteres insbesondere durch das Austreten von Kühlwasser in den Pazifik. Seit kurzem werden in Reaktor 3 sogar Uran und hochgiftiges Plutonium 239/240 freigesetzt.

Wie wirken die radioaktiven Elemente auf den menschlichen Körper?

Wirkung radioaktiver Strahlung auf den Menschen

(c) WDR - Quarks & Co

  • Jod 131 lagert sich in der Schilddrüse ab und hat ein kurze Halbwertszeit (8 Tage). Nach ca. zwei Wochen hat es sich also nahezu vollständig aufgelöst. Eine erhöhte Aufnahme von Jod 131 kann das Schilddrüsenkrebs-Risiko erhöhen, aber auch eine Störung dieser zur Folge haben (z.B. Überfunktion oder Unterfunktion). Auf Grund der kurzen Halbwertszeit verflüchtigt sich das Element zwar schnell, man kann später aber nicht mehr nachweisen, dass das Jod 131 für den im Laufe aufgetretenen Schilddrüsenkrebs oder die Überfunktion/Unterfunktion der Schilddrüse verantwortlich war.

  • Cäsium 137 sammelt sich besonders gut im Muskelgewebe an. Aber auch andere Organe erkennen dieses Element nicht als Schädling und bauen es ein. Cäsium 137 hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren und kann demnach auch mehr Schäden durch Langzeitstrahlung anrichten. Im Körper verbringt Cäsium 137 einige Monate im Körper, bis es abgebaut oder ausgeschieden wurde. Allerdings kann es durch Lebensmittel leicht wieder aufgenommen werden.

  • Strontium 90 reichert sich besonders in den Knochen an, weil seine Struktur der von Calcium ähnelt und hat eine Halbwertszeit von 28 Jahren. Es wird weder vom Körper abgebaut, noch ausgeschieden. Dieses Element bleibt ein Leben lang im Körper und strahlt dort ebenso lange ungehindert weiter.

  • Plutonium 239 und 240 ist eines der gefährlichsten Umweltgifte und sammelt sich bei einer Freisetzung besonders in der Lunge und in der Leber an. Es erhöht somit das Riskio von Lugenkrebs und Leberschäden. Das Element hat eine satte Halbwertzeit von 24.000 Jahren und lagert sich dauerhaft im Körper ein. Ist es einmal aufgenommen worden, strahlt es ein Leben lang und beschädigt laufend weitere Körperzellen und Organe. Weiterhin kann es durch seine Gamma-Strahlung langfristige Schäden im Erbgut (DNS) hervorrufen und für ein erhöhtes Missbildung- und Krebsriskio in vielen weiteren Generationen sorgen.

  • Welche Strahlen gibt es und kann man sich dagegen schützen?

    In den Reaktoren entstehen und reagieren hauptsächlich Alpha-, Beta- und Gammastrahlen. Bei der Kernspaltung werden zusätzlich Neutronenstrahlen künstlich generiert und später bei der Reaktion in den Brennstäben verstärkt. Es gibt also ingesamt vier Strahlungarten mit unterschiedlicher Strahlungsintensität.

    Strahlenarten

    (c) WDR - Quarks & Co

  • Alphastrahlen sind große postiv geladene Teilche, haben eine geringe Reichweite und dringen nicht tief ein. Sie können von der Haut aufgehalten und später abgewaschen werden. Sollte man sie jedoch einatmen, kann die Strahlung in den Körper eindringen ohne, dass etwas dagegen unternommen werden kann. Ein Strahlenschutzanzug reicht angeblich aus, um geringe Mengen an Alphastrahlung kurzfristig fernzuhalten. Die Entsorgung oder Dekontamination dieses Anzuges jedoch steht auf einem anderen Blatt.

  • Betastrahlen bestehen meist aus negativ geladenen Elektronen ab – mitunter auch positiv geladene Positronen. Weil sie kleiner als die Alphastrahlen sind, kommen sie problemlos durch die verschiedenen Hautschichten und dringen bis ins Bindegewebe vor. Dicke Kunststoffschichten oder Aluminumbleche können diese Strahlung zum größten Teil abfangen und als erster Schutz dienen.

  • Gammastrahlen die kleinsten Teilchen und überwinden deshalb nahezu jedes Hindernis – ob Strahelnschutzanzug, Kunststoffschicht, Almuniumblech oder Bleianzug. Selbst wenn der Bleianzug einige Zentimerter dick sein (und somit mehrere hundert Kilo wiegen) würde, kann die Bleischicht die Gammastrahlung nur auf die halbe Intensität abschwächen. Es gibt also keinen wirksamen oder zuverlässigen Schutz gegen die hochenergetische Gammastrahlung. Außerdem haben Gammastrahlen die höchste Strahlungsintensität und Reichweite und stellen somit die gefährlichste Strahlung dar.

  • Neutronenstrahlen bestehen aus neutralen Teilchen des Atomkerns und können ebenso wie Gammstrahlen nahezu jedes Hindernis passieren und eine Menge schaden anrichten. Lediglich Wasser und dicke Schichten spezieller Materialien können für kurze Zeit Neutronenstrahlung abhalten.

  • Bild- und Textquelle: WDR, Quarks und Co (Sendung vom 22. März 2011)

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