Christliche Doppelmoral

Gestern hagelte die Nachricht des NDR wie Manna vom Himmel:

Die Evangelische Darlehensgenossenschaft Kiel (EDG) hat ihren Kunden zur Geldanlage in einen Rentenfonds geraten, der auch in Rüstungsunternehmen und Produzenten von genmanipuliertem Getreide investiert.

In den Fonds finden sich Anleihen beim amerikanischen Rüstungsunternehmen Northrop Grumman, einem Hersteller von Kampfflugzeugen, und beim weltweit größten Rüstungskonzern BAE Systems. Gut zu wissen, wo das Geld der Eangelen bleibt und, dass selbst eine christliche Bank nicht vor Profitgier gefeit ist.

“Als verlässlicher und engagierter Partner sind wir fest im kirchlichen und diakonisch-karitativen Umfeld verankert und kennen die spezifischen Anforderungen unserer Kunden.”

Quelle: EDG – Mensch, Deine Bank

Es heißt, die Kunden (hauptsächlich Pastoren und andere kirchliche Angestellte) erhielten die nötige Transparenz und wüssten, worin sie investieren. Wenn das tatsächlich stimmt, sollte man sich wirklich fragen, inweifern die Ethik der evangelischen Schafhirten käuflich ist und wie solche Menschen ein Vorbild sein wollen? Oft genug sehe ich Autos mit einem Fisch-Sticker bei Glätte und Gegenverkehr überholen, waghalsige Manöver ausüben und treffe sie an der nächsten Ampel wieder. Zurück zu den Enthüllungen vom NDR: Wenn aber die Kunden nicht von diesem Coup gewusst haben, fragt sich inwieweit diese Bank überhaupt noch vertrauenswürdig ist. Ja, man will sogar meinen, dass es keinen Sinn mehr gäbe, diese Bank weiterzuführen, denn was unterscheidet sie jetzt noch von Anderen?

“Die wirtschaftliche Förderung und damit die Unterstützung der sozialen Arbeit der kirchlichen und diakonisch-karitativen Institutionen und Einrichtungen ist unser wichtigstes Anliegen.”

Quelle: EDG – Mensch, Deine Bank

Gut zu wissen, dass die EDG genauso geldgeil ist, wie alle anderen Banken und gerne die Wirtschaft sponsort. Da hat man doch gleich ein besseres Gewissen, wenn man am nächsten Morgen weiß, warum das Genbrot auf dem Frühstückstisch gelandet ist. Nicht Gott, sondern man selbst hat dafür gesorgt. Unser tägliches Brot gib uns heute… besser nicht. Der Leiter des Privatkundenbereichs meinte dazu:

“Würde man auf solche Aktiengesellschaften verzichten, gebe es fast keine Fonds mehr auf dem Markt. Es liegt beim Kunden, ob er dieses Produkt kaufen möchte oder ein Alternativprodukt nimmt.”

Das bedeutet Nichts Anders als:”Ohne solche Fonds können wir unseren Laden dicht machen, weil es Nichts zu investieren gibt”. Ahja, das erinnert mich wiederum irgendwie an Lichtblick, einen bekannte Stromversorger, der mit erneuerbaren Energien Kunden anlockt und hintenrum mit Atomstrom an der Börse herumspekuliert. Muss man schizophren sein um das zu verstehen oder einfach nur Christ?

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