Zensur und Diktatur
Oktober 28th, 2010 at 14:23 (Allgemeines)
Heute las ich Etwas völlig ver-rücktes: Es ging darum, die Buchhändler entweder bezüglich der verbreiteten Literatur zur Verantwortung zu ziehen oder einen Zensur einzuführen, bei der nur ausgewählte Bücher in den Handel kommen, die nicht “gegen deutsches Recht” verstoßen. Wie wir in den letzten Tagen am Beispiel “Castor Schottern” gesehen haben, ist der Begriff “deutsches Recht” sehr dehn- und veränderbar. Nationalsozialistisches Gedankengut ist natürlich nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch sehr fragwürdig und daher selbstverständlich Teil dieser Zensuritis. Das steht auch nicht zur Debatte. Wie man aber am Beispiel des linken Buchhandels Schwarze Risse erkennen kann, welcher Auslöser dieser Diskussion ist, werden die Linken wie die Rechten behandelt. Beide Gruppierungen (Die Linken & NPD) werden gleichgestellt und als “Gefährdung für die Allgemeinheit” abgestempelt, Die Linke wird vom Vefassungsschutz beobachtet und friedliche Castor GegnerInnen wie Schwerverbrecher behandelt. In etwa: Links ist das andere Rechts.
Vor zwei Tagen haben Beamte der Berliner Staatschutzbehörde den o.g. Buchhandel zum sechten mal in diesem Jahr durchsucht. Begründet wurden die Durchsuchungen der Buchläden mit § 130a StGB (Anleiten zu Straftaten) in Verbindung mit § 40 WaffenG (Verbotene Waffen inklusive des Verbots, solche herzustellen oder zur ihrer Herstellung aufzufordern).
Das ist nicht lache. Systemkritische, linke, Literatur wird beschlagnahmt und soll auch nie wieder auftauchen, weil damit Leute zum selbstständigen Denken gefährdert werden könnten. Und dann werden irgendwelche fadenscheinigen Begründungen an den Haaren herbeigezogen und die Sache ist damit rechtlich abgesichert. Das hatten wir alles schonmal! Da ist die Rede von verbotenen Waffen – gelten denn die Bücher als Waffen? Ich meine, es soll ja schon vorgekommen sein, dass insb. Schulkinder sich gegenseitig mit Schulbüchern zum Spaß prügeln. Ich weiß nicht wie ihr das findet, liebe LeserInnen, aber ich finde das doch sehr umsichtig, dass der Staat so fürsorglich ist. Er sorgt dafür, dass die Kinder sich nicht gegenseitig mit Büchern erschlagen, sondern in wenigen Jahren im Dunkeln leuchtend sterben -weil sich irgendwo Atommüll in’s Grundwasser gesetzt und keiner diese Kinder informiert, geschweige denn, Etwas dagegen getan hat.
Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Wir sollen dumm sterben und nicht selbstständig denken – alles andere ist verfassungswidrig. So einfach ist das! Nicht mehr weit und es gibt wieder eine staatlich angeordnete Bücherverbrennung. Sollte sich die deutsche Geschichte in so kurzer Zeit wiederholen? Hoffentlich nicht…
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